Alte Freunde, alte Feinde

»Welch ein Geschenk ist ein Lied! Es vermag Kummer zu heilen, wo Worte allein nutzlos bleiben.
Es vermag die Wogen des krausen Verstandes zu glätten und schenkt Vergessen, wo Erinnerung Qual bedeutet.
Dort wo die Nivesen in einer Nacht eine Woche gewinnen, mag der Bann gebrochen werden.
Bringt die Herrin des Waldes zum leidenden Freund und ihm wird geholfen sein!«

- Shaya Lifgundsdottir, Firunswall, Ingerimm 1008 BF

Die Phileasson-Saga: Alte Freunde, alte FeindeNach Der Alte König bricht mit ‚Alte Freunde, alte Feinde‘ das letzte Abenteuer der Phileasson-Saga an. Es ist nicht nur das letzte, sondern auch eines der meist kritisierten Abenteuer der Kampagne. Viele werfen der Saga vor allem vor, dass es nach den Inseln im Nebel dramaturgisch nur noch abwärts geht, dass ein echtes Finale fehlt. Dieser durchaus berechtigten Kritik werden wir natürlich begegnen.

Gleich zu Beginn steht der Spielleiter mit der dreisten Entführung Fenvariens vor einer schwierigen Aufgabe. Wie lässt sich das potentielle Railroading entschärfen? Was tun, wenn es um die Moral der Charaktere / Spieler schlecht steht, nachdem Beorn der Blender Phileasson um ein weiteres Mal betrogen hat? Bei diesen und weiteren Fragen muss die Überarbeitung dem Spielleiter zur Seite stehen und Lösungsvorschläge bereithalten.
Zu den stärker bearbeiteten Teilen von ‚Alte Freunde, alte Feinde‘ gehört die Herausarbeitung der angespannten Lage zwischen Elfen und menschlichen Siedlern in Oblarasim und Gerasim. So soll der perfide Plan Pardonas, die beiden Völker mit der Hinrichtung Fenvariens gegeneinander aufzuhetzen, keine leere Floskel, sondern auch für die Spieler nachzuvollziehen sein.
Freunde der Steppenelfen dürften ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Da deren Kulturbeschreibung aus Aus Licht und Traum keinen schnöden Pferdekauf mehr zulässt, wird das Treffen mit den Nomaden der Steppen anders verlaufen. Den Ausschlag gibt die ‚Bekanntschaft‘ mit Lariel Sturm-in-den-Zweigen, dem mythischen Urahn der Steppenelfen und ein ihm zugeschriebenes Artefakt.
Leider können wir erst in einem zweiten Bericht vom überarbeiteten Finale und dem Epilog der Phileasson-Saga berichten. Nicht, weil wir euch auf die Folter spannen wollen, sondern weil der letzte Teil von Bernhard Hennens Saga noch nicht in trockenen Tüchern ist.
So viel steht aber schon fest: Nach der Niederlage von Beorn dem Blender am Rabenpass wird es auf jeden Fall zu einer direkten Auseinandersetzung zwischen Pardona und Niamh über das Schicksal des Hochkönigs kommen. Es versteht sich von selbst, dass die Helden im neuen Finale keine Neben- sondern Hauptrollen spielen werden. Ein echtes Finale eben!


Wie denkt ihr darüber? Welche Erfahrungen habt ihr mit Alte Freunde, alte Feinde gemacht? Was hat euch gefallen oder missfallen? Hier könnt ihr euch über das letzte Abenteuer der Saga und die Idee eines neuen Finales austauschen.

Die Phileasson-Saga kann für 35 Euro bei Amazon vorbestellt werden.
Aus Licht und Traum ist für 23 Euro erhältlich.


Philipp Spreckels

5 Kommentare:

DamonDawn hat gesagt…

Es ist sicherlich mit die wichtigste Aufgabe dieser Super-Tetralogie endlich ein würdiges Ende zukommen zu lassen.
Und wer, wenn nicht Pardona höchst selbst, wäre als Gegner geeigneter.
Es bietet sich ja geradezu an.
Und mit Niamh hat man als Spielleiter einen schönen NSC, der den Helden, wenn es brenzlich wird, unter die Arme greifen kann. Als zusätzliches Bonbon, könnte man das Scheitern Pardonas mit einem "Erscheinen" des Namenlosen krönen. Und ich meine jetzt nicht: "Nein, das ist kein großer Oger, das ist der Namenlose."
Sondern eher in einer gewaltigen Erscheinung in den Wolken, der sich abwendet - und sie mitnimmt.

Freue mich auf den Sommer.

Marco hat gesagt…

Bin schon gespannt auf das neue Finale - unser Meister hat sich damals leider an das Buch gehalten. Der Chick-fight Legatin des Namenlosen vs. Lichtelfe wird bestimmt ne fetzige Sache!
Die Rassenunruhen zwischen Elfen und Menschen sollten wirklich wie ein Pulverfass rüber kommen, das jederzeit hochgehen kann. Ich hab Pardonas Plan erst gecheckt als ich mir das Buch dann als Meister durchgelesen habe.

@DamonDawn: Klingt irgendwie wie das Cover von Die Tage des Namenlosen. Noch so'n Klassiker.

Satinav hat gesagt…

Kann mich meinen beiden Vorrednern nur anschließen. Zusätzlich sollte meiner Meinung nach der Weg nicht wieder nach Norburg führen, das ist zu einfach, man sollte vielmehr eine viel mystischere Kampfstätte/Gefängnisstätte (analog der Rabenpass-Episode der Simyala-Triologie mit vielen namenlos-dunklen Geheimnissen) wählen, und die Helden sollten eine im wahrsten Sinne des Wortes episches Finale erleben, in dem alle Register gezogen werden - gehörnte Dämonen, Freizauberei, das komplette Spektrum von NSCs eben, die AE-Werte jenseits von 200 Punkten haben, die Meisterleistung von euch Autoren wäre es jetzt, die Helden hier würdig einzubinden :-)
Vllt kann auch schon auf das spätere Schicksal von Beorn hingearbeitet werden...

Telorion hat gesagt…

Ich finde, bei DSA-Kampagnen verhält es sich ähnlich wie mit einem Kinofilm oder einem guten Roman: der Anfang und der Schluss müssen "knackig" sein, auffällig, einprägsam, mitreißend - denn daran erinnert man sich am längsten und diese Erinnerung prägt auch das spätere Gesamtbild. Wenn der Einstieg langweilig ist, denkt man vielleicht "oh man, das werden jetzt aber zähe Spielabende", ist der Schluss einfallslos und flach löst das ein enttäuschtes, ja regelrecht frustriertes "und das war es jetzt?!" aus. Ist hingegen der Beginn und das Ende jeweils ein kleines Feuerwerk verzeiht man auch mal gewisse Längen im Hauptteil (im späteren Rückblick).

Also kann ich es nur begrüßen, wenn die Phileasson-Saga ein stimmungsvolles, fulminantes, ein "echtes" Finale bekommt. Wenn sich hierbei noch letzte Zusammenhänge aufklären und bei den Spielern noch ein Aha-Effekt kommt wäre es perfekt! Wie schon Satinav geschrieben hat fände ich auch eine Anspielung auf Beorns Schicksal reizvoll, das verkettet die Gesamthandlung der aventurischen Geschichte (nach dem Motto "was heute passiert, hat auch viel später noch Auswirkungen").

eva hat gesagt…

Ich bin begeistert.Ich habe erst jetzt ihr Seite gesehen und muss sagen,sie gefällt mir sehr.Dieser Artikel finde ich auch sehr gut.Bravo! Machen sie weiter so.

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